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Haibachs haben ungewöhnliche Mitbewohner

03.05.2011 - LICH

Kleine Waschbären von ihrer Mutter verlassen - Vorsitzende des Tierschutzvereins zieht Raubtiere mit Katzenmilch auf

(elf). Etwas ungewöhnliche Mitbewohner gastieren aktuell bei Sabine Haibach. Sie kümmert sich um kleine Waschbären, die von ihrer Mutter kurz nach der Geburt verlassen wurden. In einem Verschlag hatte das Tier Unterkunft bezogen. „Als der Verschlag geöffnet wurde, schoss die Mutter heraus und ward nie mehr gesehen“, erzählte Haibach.

Nun leben die Waschbären bei Haibachs. Sie ist Vorsitzende des Tierschutzvereins „TierfreundLich“ und als solche hat sie bereits Erfahrung mit den Raubtieren gesammelt, denn Waschbären stranden immer wieder bei ihr.

Das Wichtigste sei für die winzigen Tierkinder im Augenblick die Ernährung. Da es keine Waschbären-Muttermilch gibt, müsse für Ersatz gesorgt werden. Kuhmilch, so die Vorsitzende, dürfe man, wie auch für andere Wildtiere, nicht nehmen. Eine Möglichkeit sei da die Katzenaufzuchtsmilch. Diese habe sich bewährt.

Waschbärenbabys

Die Waschbärenbabys sind völlig schutzlos. Noch kann man nicht erkennen, dass es Raubtiere sind. Etwa fünf Tage sind sie alt. In etwa vier Wochen öffnen sie die Augen. Foto: elf

Über die Haltung sagte sie: „Es sind keine einfachen Tiere.“ Dies unter anderem, weil sie hochintelligent seien. Und wenn die Waschbären auch in ihrer Art liebenswert wirkten, müsse man wissen, dass sie im geschlechtsreifen Alter durchaus auch aggressiv werden können. „Die Rangordnung wird ähnlich wie bei Hunden ausgetragen“, erklärte die Vorsitzende. Außerdem könnten die Tiere jähzornig sein. Man dürfe nicht vergessen, dass es Raubtiere sind.

Beim Verein TierfreundLich kümmert man sich aber nicht nur um Waschbären. Regelmäßig werden auch andere Tiere zum Aufziehen gebracht. Dazu gehören Rehe oder etwa, wie im vergangenen Jahr, Marder oder Wildschweine. In diesem Zusammenhang liegt der Vorsitzenden eines am Herzen: „Die Leute sollen nicht alle Tierkinder einsammeln, die sie sehen.“

Die kleinen Waschbären werden mit etwa vier Wochen die Augen öffnen, so Haibach. Dann beginne ein weiterer Abschnitt in ihrem Leben. In der Natur werden die Tiere normalerweise fast bis zum Alter von fünf Monaten gesäugt. Da hat die menschliche Waschbärenmutter Haibach noch ein bisschen zu tun. Weitere Informationen zur Arbeit des Vereins und auch Erfahrungen zum Thema Waschbären gibt es auf der Homepage des Vereins unter www.tierfreund-Lich.de. Wer den Verein finanziell unterstützen möchte, kann dies gerne tun: Unter „Tierauffang- und Quarantänestation“, Konto-Nummer 888 888 80, Bankleitzahl 513 900 00, bei der Volksbank Mittelhessen.

Quelle: Gießener Anzeiger vom 03.05.2011


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