Aktuelles 2018

23. Oktober 2018

Die Not der kleinen Schweine – und das Versagen der Politik

Foto: Deutscher Tierschutzbund
Foto: Deutscher Tierschutzbund

Das wenige Tage alte Ferkel schreit vor Angst und Schmerz, denn ihm werden gerade bei vollem Bewusstsein und ohne jede Schmerzausschaltung die Hodensäcke aufgeschnitten, die Hoden herausgepuhlt und abgequetscht.

Die Szene spielt nicht in einem Horrorfilm – es ist der alltägliche Horror, der 20 Millionen mal im Jahr in deutschen Schweineställen abläuft!

Das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ist zwar bereits vor 5 Jahren auf den Weg gebracht worden, allerdings wurde den Bauern eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2018 eingeräumt. Diese Frist soll jetzt auf Druck der Agrarlobby um weitere 2 Jahre verlängert werden, obwohl es drei tierschutzkonforme Alternativen gibt: Die Ebermast, die Kastration unter Narkose und die Immunokastration.

Die Immunokastration ist eine schmerzlose, unblutige, kostengünstige und seit 20 Jahren erfolgreich eingesetzte Methode, bei der dem männlichen Mastschwein zweimal ein Impfstoff injiziert wird. Die Impfung führt zur Bildung von Antikörpern, die die Produktion des männlichen Sexualhormons und damit den unerwünschten Ebergeruch verhindert.

Weil die Immunokastration nicht nur eine sichere, sondern die sanfteste Möglichkeit der „Entmannung“ ist, wird sie vom Friedrich-Löffler Institut, der Tierärzteschaft und allen Tierschutzverbänden favorisiert. Selbst die Verbraucherzentralen und Foodwatch üben keine Kritik, denn das Fleisch der behandelten Tiere ist kein „Hormonfleisch“: Der deutsche Mann kann das Schweinesteak oder die Bratwurst essen, ohne Angst haben zu müssen, impotent zu werden …

Und die Kosten? Liegen unter 3,- Euro pro männlichem Mastschwein, denn eine Impfdosis kostet den Mastbetrieb höchstens 1,48 €. Umgerechnet auf alle Schlachttiere (die Hälfte ist schließlich weiblich), kostet die Immunokastration also nur 1,48 € pro Schlachtier, oder knapp 1,5 Cent pro Kilo Fleisch – ist das etwa zu teuer?

Deutschland produziert das billigste Fleisch in ganz Europa. Nicht der böse Verbraucher giert nach Billigfleisch und fordert ein tierfeindliches „Weiter-so“ – es sind die Branchenriesen in der Fleischindustrie, die alles tun, damit ihre Gewinnmargen hoch bleiben und der Export (40 %) weiter floriert: Zulasten der Tiere, der Umwelt, der bäuerlichen Familienbetriebe und auf Kosten der Steuerzahler, die diesen Wahnsinn auch noch subventionieren müssen.

Während sich die Politik weiterhin am Nasenring der Lobbygruppen vorführen lässt und immer mehr an Glaubwürdigkeit verliert, hat sich der Markt längst weiterentwickelt:

Der Discounter Lidl beispielsweise kooperiert mit Bioland und stellt sein Ökosortiment auf Bioland-Qualität um – hier werden die Ferkel nicht ohne Betäubung kastriert.

Die Bürger haben es in der Hand: Als Verbraucher durch ihr Konsumverhalten, als Wähler durch ihre Stimmabgabe! Politiker, die sich mehr den Interessen einer Lobbygruppe als den Ansprüchen der Gesellschaft verpflichtet fühlen, sind es nicht wert, gewählt zu werden.

Bundesministerin Klöckner macht gerade in Hessen Wahlkampf und zeigt sich Kuh-streichelnd in einem Vorzeige-Milchvieh-Betrieb. Bilder der Ministerin während einer (betäubungslosen) Kastrationsaktion bei einem Schweinezüchter in einem konventionellen „Ferkel-Erzeuger-Betrieb“ sucht man vergeblich, obwohl die Ministerin auch für Tierschutz zuständig ist – welche Absurdität!

Wer zur Hessenwahl am 28.10.2018 noch immer unentschlossen ist und nach Entscheidungshilfen sucht: „Das Hessische Tierschutzbündnis“ (Landestierschutzverband Hessen, TASSO e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Wildtierschutz Deutschland e.V., Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e. V.) hat die Parteien zu Tierschutzthemen befragt:

Die ausführlichen Antworten sind auf den Homepages der am Tierschutzbündnis Hessen beteiligten Organisationen und auf der Homepage von TierfreundLich e.V. (https://www.tierfreund-lich.de/2018/09/30/tierschutz-check-landtagswahl-2018-in-hessen/) abzurufen.

06. September 2018

Jahreshauptversammlung am 08.09.2018

 

Wir laden Sie/Euch herzlich zu unserer Jahreshauptversammlung am 08.09.2018 um 17:00 Uhr in unsere Tierauffang- und Quarantänestation (Am Schäferling) in Lich ein.

Tagesordnung:

  1. Eröffnung und Begrüßung
  2. Rückblick auf die Tätigkeiten des Vereins im Jahr 2017
  3. Kassenbericht für das Jahr 2017
  4. Bericht der Kassenprüfer
  5. Entlastung des Vorstandes
  6. Wahl eines Kassenprüfers
  7. Verschiedenes

Anträge zur Beschlussfassung und Änderung der Tagesordnung sind schriftlich bis spätestens 01.09.2018 beim Vorstand von TierfreundLich e.V. einzureichen.

Wir freuen uns, Sie/Euch am 08.09.2018 begrüßen zu dürfen.

Das Vorstandsteam

23. August 2018

Familienmitglied Katze: Kastriert, gekennzeichnet und registriert – und trotzdem getötet!

Der Tier- und Naturschutzverein TierfreundLich e.V. spricht sich gegen die zunehmend stattfindende Fallenjagd in Hessen aus und fordert eine Reformierung des antiquierten Hessischen Jagdgesetzes.

Kater Garfield ist seit 2 Tagen nicht mehr nach Hause gekommen – ungewöhnlich für den 10 Jahre alten, kastrierten, tätowierten und registrierten roten Stubentiger, der als Freigängerkatze nie länger als ein paar Stunden in seinem kleinen Territorium unterwegs ist.
Die Kinder weinen schon, alle Tierärzte und Tierschutzvereine im Umkreis sind abtelefoniert und die Verlustmeldung von Garfield bei TASSO und FINDEFIX bekannt gegeben. Auch die Nachbarn sind informiert und gebeten worden, in Kellern, Garagen und Gartenhäuschen nachzuschauen. Selbst die Straßenmeisterei und der Bauhof wissen Bescheid, wenn sie einen roten, überfahrenen Kater sehen …
Alle Maßnahmen bleiben aber ohne Erfolg. Garfield taucht nie wieder auf …

Garfield gehört zu den vielen Tausend kastrierten, tätowierten oder gechipten Hauskatzen in Hessen, die trotz aller Vorsorge spurlos verschwinden.
Eine Abfrage beim größten Haustierzentralregister TASSO hat eine erstaunliche Zahl ergeben:
Alleine aus Hessen werden bei TASSO jährlich ca. 4.000 kastrierte, gekennzeichnete und registrierte Hauskatzen als vermisst gemeldet – aber nur 1.200 tauchen wieder auf. 2.800 kastrierte, gekennzeichnete und registrierte Hauskatzen werden weder tot noch lebendig wiedergefunden. Und das ist nur die Spitze des Eisberges, denn längst sind nicht alle kastrierten Hauskatzen auch gekennzeichnet und/oder registriert!
Was ist da passiert?

Die Gründe sind durchaus auch im Hessischen Jagdgesetz zu finden:
Es ist kaum bekannt, dass es in Hessen aus „Jagdschutzgründen“ ein Tötungsrecht für Jagdpächter, Eigenjagdbesitzer, Jagdaufseher und Jagdgäste gibt, wenn die Hauskatze 300 m von der nächsten Ansiedlung jagend (vor einem Mausloch sitzend?) angetroffen wird (§ 32, Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 HJagdG).
Es ist kaum bekannt, dass in Hessen die Fangjagd leider immer noch mit Totschlagfallen erlaubt ist (§ 19 HJagdG, § 37 HJagdV).
Abgesehen von der Tierschutzwidrigkeit dieser barbarischen Jagdmethode fangen Fallen nie selektiv: Neben den bedauernswerten Füchsen, Waschbären und Mardern, die so bestialisch getötet oder grauenhaft verstümmelt werden, kann es neben den geschützten Arten wie Wildkatze und Igel vor allem unsere Stubentiger treffen!
Es ist auch kaum bekannt, dass auf jedem Wohn- und Gartengrundstück in Hessen das „Fangen, Töten und Sich-Aneignen von Kaninchen und Beutegreifern“ durch die Nutznießer der Grundstücke erlaubt ist (§ 5 Abs. 3 HJagdG) – obwohl Wohnbezirke und Gartenanlagen befriedete Bezirke sind, in denen nicht gejagt werden darf!
Die ganzjährige „Jagd“ im befriedeten Bezirk, die Zulässigkeit der Fallenjagd mit Totschlagfallen und das Tötungsrecht der Jäger zeigen bei der Hauskatze mit Freigang ihre tödliche Wirkung – der Katzenbesitzer wird allerdings nie erfahren, dass sein vierbeiniges Familienmitglied getötet wurde, denn für die Täter gibt es keine Berichtspflicht.

Am Mittwoch, den 29.08.2018 findet eine Veranstaltung der Jägervereinigung Oberhessen in der Gallushalle in Grünberg unter dem Thema: „Fakten statt Wunschkonzert Teil 2 – Prädatoren und Artenschutz“ statt, in der die ganzjährige Fallenjagd unter dem Deckmantel des Artenschutzes propagiert werden wird.

Das Hessische Tierschutzbündnis, bestehend aus den Verbänden Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Landestierschutzverband Hessen e.V., Menschen für Tierrechte e.V., TASSO e.V. und Wildtierschutz Deutschland e.V., ruft in einer gemeinsamen Pressemitteilung zur Demo am 29.08.2018 ab 17:30 Uhr vor der Gallushalle in Grünberg auf.

Aufruf zur Demonstration gegen Jäger-Veranstaltung Tierschutzbündnis fordert Ende der Prädatorenlüge

 

Gemeinsame Pressemitteilung

Aktionsbündnis Fuchs
Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.
Landestierschutzverband Hessen e.V.
Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
TASSO e.V.
Wildtierschutz Deutschland e.V.

Aufruf zur Demonstration gegen Jäger-Veranstaltung

Tierschutzbündnis fordert Ende der Prädatorenlüge

 

Das Aktionsbündnis Fuchs und das Hessische Tierschutzbündnis, bestehend aus den Verbänden Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Landestierschutzverband Hessen e.V., Menschen für Tierrechte e.V., TASSO e.V. und Wildtierschutz Deutschland e.V., ruft zur Beteiligung an einer Demonstration gegen die Vortragsveranstaltung „Prädatoren und Artenschutz“ der Jägervereinigung Oberhessen in der Gallushalle in Grünberg am Mittwoch, den 29. August 2018, ab 17.30 Uhr auf.

Kaum hat das Land Hessen mit der Novellierung der Hessischen Jagdverordnung Schonzeiten für Fuchs und Waschbär wenigstens für den Zeitraum der Jungenaufzucht eingeführt, wurden diese bereits in zahlreichen Revieren auf Drängen der Jägerschaft wieder aufgehoben. Damit wird das qualvolle Sterben von Jungtieren billigend in Kauf genommen. Der Landesjagdverband fordert derzeit massiv die „sofortige Aufhebung der Schonzeiten für Waschbär und Fuchs“ aus Gründen des angeblichen Arten- beziehungsweise Niederwildschutzes und veranstaltet in diesem Zusammenhang den Vortragsabend zum Thema „Prädatoren und Artenschutz“, bei welchem auch die tierquälerische Fallenjagd propagiert wird.

Die Tierschützer befürchten, dass tierschutzwidrige Jagdpraktiken wie die Fallenjagd, die Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren oder die Baujagd massiv zunehmen werden, wenn sich die Jägerlobby mit ihren Forderungen durchsetzt.

Entgegen der Behauptung von Jägern, Fallen würden selektiv fangen und Totschlagfallen stets sofort töten, geraten immer wieder auch bestandsbedrohte, ganzjährig geschützte oder jungenführende Tiere sowie Haustiere in Fallen. In Schlagfallen bleiben manche Tiere stark verletzt mit einem Körperteil gefangen und sterben nach vergeblichen Befreiungsversuchen einen langsamen qualvollen Tod.
Aus diesen Gründen sprachen sich auch im Februar bei einem Fachgespräch im Hessischen Landtag alle Referenten aus den Bereichen Jagd, Natur- und Tierschutz für ein Verbot der Fallenjagd aus.

Ebenfalls unstatthaft ist es nach Ansicht des Tierschutzbündnisses, den Artenschutz für die angebliche Notwendigkeit einer scharfen Prädatorenbejagung zu bemühen.
Obwohl längst bekannt ist, dass die Lebensraumzerstörung und die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und Pestizideinsätzen für den Artenrückgang verantwortlich sind, werden weiterhin Fuchs, Waschbär & Co zum Sündenbock erklärt.
Einer kleinen Anfrage im Bayrischen Landtag vom 16.09.2016 zufolge gibt es jedoch zur Schlagfallenjagd weder über den Nutzen für die Biodiversität und Natur noch über den Einfluss auf die Niederwildpopulation wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse. Demgegenüber zeigte eine erste Langzeitstudie, dass der Waschbär bisher keine negativen Auswirkungen auf bedrohte Arten hatte, und daher ungerechtfertigt unter Generalverdacht gestellt wurde.

„Die Bejagung von Fuchs und Waschbär ist zudem sinnlos und unter Umständen sogar kontraproduktiv, weil die entstehenden Lücken durch gesteigerte Reproduktionsraten und Zuwanderung aus benachbarten Revieren sofort wieder geschlossen werden“, sagt Mike Ruckelshaus von der Tierschutzorganisation TASSO für das hessische Tierschutzbündnis. „Wir fordern deshalb eine sofortige Beendigung der Prädatorenlüge“.